Ein kulturelles Projekt, initiiert von einem gemeinnützigen Verein, ist eine zeitlich begrenzte, zielgerichtete Initiative zur Förderung von Kultur, Kunst, kultureller Bildung oder kultureller Teilhabe. Solche Projekte reichen von Ausstellungen, Festivals und Theaterproduktionen über partizipative Kulturangebote und Bildungsprogramme bis zu Forschungsvorhaben zur lokalen Kulturgeschichte. Charakteristisch sind ein klar definiertes Ziel (z. B. Vermittlung, Teilhabe, Bewahrung), eine projektbezogene Ressourcenplanung, eine Projektleitung sowie messbare Wirkungsindikatoren. Als Träger fungiert der Verein mit gemeinnützigem Zweck, was steuerliche Vorteile und Fördermöglichkeiten eröffnet, zugleich aber Anforderungen wie satzungsmäßige Zielausrichtung und Gemeinwohlorientierung mit sich bringt (vgl. Deutscher Kulturrat 2020).
Projektbeschreibung: Aufbau und Inhalte
Eine aussagekräftige Projektbeschreibung sollte folgende Elemente enthalten:
1.) Projekttitel und Kurzbeschreibung (Elevator Pitch): prägnant, max. 1–2 Sätze.
2.) Hintergrund / Bedarfsanalyse: Warum ist das Projekt notwendig? Lokal-gesellschaftliche Relevanz, Zielgruppenbedürfnisse, Forschungslage.
3.) Zielsetzung: übergeordnete Ziele (Wirkungsziele) und konkrete Teilziele (Outputziele). SMART-Formulierung (spezifisch, messbar, akzeptiert/attraktiv, realistisch, terminiert) empfiehlt sich.
4.) Zielgruppen: primäre und sekundäre Zielgruppen, erwartete Reichweite.
5.) Inhalte und Aktivitäten: Beschreibung der Maßnahmen, künstlerische Konzepte, Beteiligungsformate.
6.) Methodik / Didaktik: Bei Bildungs- oder Partizipationsprojekten: Vermittlungsansatz, Barrierefreiheit, inklusives Design.
7.) Ort und Infrastruktur: Spielorte, Kooperationen mit Kulturinstitutionen, benötigte Räume, Technik.
8.) Zeitplan und Meilensteine: Gesamtzeitraum und Phasen (Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung/Evaluation).
9.) Organisation / Projektteam: Verantwortlichkeiten, Kompetenzen, mögliche Partner.
10.) Budget und Finanzierung: detaillierte Kosten (Personal, Sachkosten, Technik, Honorare, Gemeinkosten) und Finanzierungsplan.
11.) Nachhaltigkeit und Transfer: Fortführung, Transferierung von Ergebnissen, Community-Building.
12.) Monitoring & Evaluation: Indikatoren, Methoden zur Wirkungsmessung, Berichtszyklen.
(Quellen: EU-Projektmanagement-Guides; Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung; Gerring 2007)
Planung: Projektmanagement-Elemente
Gute Planung gliedert sich in Vorbereitungs-, Implementierungs- und Abschlussphase. Empfehlenswert ist ein Phasenplan mit Meilensteinen und Verantwortlichen pro Aufgabe. Kernbausteine:
Zeitraum: Realistische Zeitrahmen und Phasenlaufzeiten
Die Dauer hängt vom Umfang ab: Kleinprojekte (Workshops, lokale Ausstellungen) typischerweise 3–9 Monate; mittlere Projekte (Festivals, mehrteilige Veranstaltungsreihen) 9–24 Monate; Großprojekte (Ausstellungsprojekte mit Publikations- und Tourneeplanung, mehrjährige Kulturbildungsprogramme) 24+ Monate. Entscheidend ist die Einplanung von Vorlaufzeiten für Förderanträge, Genehmigungen, Kuration, Vertragsabschlüsse und Honorare sowie von Pufferzeiten für technische Proben, Probenlaufzeiten und Nachbereitung (Evaluation, Dokumentation, Dissemination). Bei öffentlichen Fördergebern sind oft Ausschreibungs- und Bewilligungsfristen von mehreren Monaten zu berücksichtigen (z. B. Kulturstiftungen, Bundesprogramme).
Transparenz: Finanzielle, organisatorische und kommunikative Offenheit
Transparenz ist zentral für Vertrauen, Akzeptanz und Förderung. Sie umfasst:
Fairness: Honorare, Arbeitsbedingungen, Beteiligung
Fairness umfasst faire Honorierung künstlerischer und administrativer Leistungen, angemessene Arbeitsbedingungen, Berücksichtigung von Urheberrechten und faire Vertragsbedingungen. Leitlinien:
Gleichheit: Chancengleichheit, Zugänglichkeit und Diversity
Gleichheit bedeutet aktives Fördern von Diversity, Barrierefreiheit und inklusiven Formaten. Maßnahmen:
Evaluation und Wirkungsmessung
Wirkungsmessung sollte qualitativ und quantitativ erfolgen: Output-Indikatoren (Anzahl Veranstaltungen, Teilnehmende), Outcome-Indikatoren (Lernzuwächse, Veränderungen in kultureller Teilhabe) und Impact-Indikatoren (langfristige Effekte wie Netzwerkbildung, Berufsentwicklung). Methoden: Umfragen, Interviews, Fokusgruppen, teilnehmende Beobachtung, Social Return on Investment (SROI) bei Bedarf. Evaluationen sollten partizipativ gestaltet werden, damit Perspektiven der Zielgruppen einfließen. (Quellen: OECD/DAC Kriterien, Kulturmonitoring-Studien)
Rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen
Ein Verein mit Gemeinnützigkeitsstatus muss satzungskonforme Zwecke verfolgen und steuerrechtliche Anforderungen (Abgabenordnung §§ 51–68) beachten. Förderungen sind oft zweckgebunden; Zuwendungsbescheide enthalten Pflichten zur Mittelverwendung und zum Reporting. Haftungsfragen, Versicherungen (Veranstalter-, Unfallversicherung) und arbeitsrechtliche Aspekte bei Beschäftigung von Honorarkräften sind zu klären.
Quellen